ISG Blockade – Ursachen und Behandlung

„Mein ISG-Gelenk ist blockiert!“ - Ein Spruch, den man regelmässig in der Physiotherapie und beim Chiropraktiker hört. Man bekommt den Eindruck, dass die Beckenknochen irgendwie verdreht oder schräg stehen, welche dann das Becken blockieren sollten. Warum dies nicht ganz stimmt kannst du hier lesen!

Das Iliosakralgelenk, abgekürzt ISG, ist ein Teil in deinem Beckenbereich. Es ist der Übergang zwischen deinem Ilium (Darmbein) und Sakrum (Kreuzbein) und befindet sich unten an deiner Wirbelsäule.


Durch die Knochenstruktur, die umliegenden Bänder und Muskeln bewirkt dies, dass dieses Gelenk enorm stabil und nur eine sehr, sehr geringe Beweglichkeit aufweist. Es ist also nicht so, dass wenn an deinem Bein geschüttelt wird, dein Becken zusammenbricht oder auseinander fällt.


Dass es im sich im „Volksmund“ um eine Blockade handelt, ist eigentlich nicht richtig. Dein ISG „blockiert“ nicht, es sind gerade die umliegenden Strukturen, die diese Beschwerden verursachen.


Ursache einer ISG- Beschwerde

Was eigentlich immer einen Einfluss hat auf die ISG-«Blockade» ist ein Spannungszustand der umliegenden Muskulatur. «Verkrampfen» diese Muskeln meldet sich dein unterer Rücken.

Die Beschwerden können aber sehr vielseitig sein. Weitere Ursachen sind u.a:

  • Schwangerschaft: durch die Schwangerschaft werden unter Einfluss hormoneller Änderungen ab dem 3. Monat Bindegewebsverbindungen gelockert. Der grosse Vorteil ist, dass dadurch mehr Bewegung und Platz entsteht im Becken. Der Nachteil, insbesondere nach der Schwangerschaft entstehen häufig Beschwerden im unteren Rücken und über den Gesässmuskel.
  • Heben von schweren Gewichten
  • Tritt ins Leere
  • Dauerhafte Fehlbelastung


So, jetzt hast du dieses Problem und was nun?

Was nicht funktionieren kann, was aber viele Menschen glauben, ist das ISG-Gelenk wieder zu deblockieren. Man besucht einen Therapeuten oder einen Chiropraktiker und er erzählt dir, dass er das ISG-Gelenk wieder „einrenken“ wird. Also, das ist sicher völlig unmöglich, da dieses Gelenk so stramm und unbeweglich ist, dass es wahrscheinlich vier Pferde braucht, um etwas Bewegung herein zu bringen.


Wenn dies nicht funktioniert, was dann?

Eine 1-2-3 Lösung gibt es eigentlich gar nicht. Es gibt eine Anzahl von Behandlungsmöglichkeiten, die man ausprobieren kann. In den meisten Fällen wird ein oder mehrere dieser Techniken, welche ich dir jetzt zeige zum Erfolg führen.

  1. Trigger Point Techniken
    Trigger Point (TP) Techniken können sehr effektiv sein. Selber verwende ich diese häufig. Bei ISG-Beschwerden findet man praktisch immer schmerzhafte Druckstellen rund um den Beckenrand, beim Gesässmuskulatur Ansatz sowie bei der tieferen Hüftmuskulatur.

  2. Wärme
    Wärme ist angenehm und entspannt verspannte Muskulatur.

  3. Dehnungen
    Insbesondere bei Personen, die eine einseitige Arbeit oder Büroarbeit ausüben, können Dehnungstechniken sehr sinnvoll sein.

  4. Training
    Insbesondere bei immer wiederkehrenden Beschwerden ist es sinnvoll ein gezieltes Trainingsprogramm zu absolvieren, welches auf eine gesamte Kräftigung der Hüft- und Rumpfmuskulatur ausgerichtet ist.

Die Behandlung kann also sehr unterschiedlich sein in der Physiotherapie. Normalerweise wirst du aber bereits nach 3-4 Behandlungen die ersten positiven Effekte spüren können.

Hast du Beschwerden im unteren Bereich, melde dich doch bei unseren Physiotherapeuten in Emmenbrücke oder Hochdorf!

Pieter Keulen

Autor: Pieter Keulen


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Kategorie: Physiotherapie
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