Pieter Keulen
1 Dez

Funktionelles Training – was ist das und was bringts?!

Kategorie: Fitness
Autor: Pieter Keulen

Momentan redet jeder in der Medizin und im Fitness über den Begriff „funktionelles Training“. Was ist dies nun genau? Ist das eine total neue Trainingsform oder ist dies eine „uralte“ Methode, die eigentlich bereits seit Jahren besteht und man hat einfach einen neuen Namen gegeben…

Funktionelles Training ist nichts anders als Logisch Nachdenken über das Fitness- oder Reha- Training! Einfach gesagt, Du solltest das Training was im Alltag, beruflich und/oder sportlich verlangt wird so spezifisch und vielseitig wie möglich gestalten!

Was meine ich nun damit?!

Funktionelle Trainingsformen können mit körpereigenen Belastungen, also ohne Trainingsmaterial, oder mit Freihanteln durchgeführt werden. Trainingsübungen wie man u.a. in der Physiotherapie kennt, wo der Patient auf Händen und Knien sitzt und dabei einen Arm und ein diagonales Bein streckt sind für mich keine funktionellen Übungen!

Warum ist dies eine fragwürdige Übung?

Weil ein Mensch sich im Alltag auch nicht in dieser Position befindet…. So warum sollte ich dann in dieser Position üben? Ist es dann verboten dies zu tun? Nein natürlich nicht, aber mit funktionellem Training hat es wenig zu tun.

Was ist wichtig?

Der (Reha-) Trainer/Fitnesstrainer sollte analysieren was die

  • täglichen Bewegungsabläufe und Bewegungsmustern sind
  • täglichen Handlungen sind
  • sportlichen Eigenschaften sind (u.a. Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer, Beweglichkeit, Reaktionsvermögen) und dies in einen Trainingsplan umsetzen.

Gerade diese Faktoren bestimmen dein „funktionelles Training“. Sachen welche also völlig irrelevant für den Alltag sind, sollte der (Reha-) Trainer weglassen oder mindestens nicht funktionelles Training nennen.

Eine andere Charaktereigenschaft des „funktionellen Trainings“ ist, dass der gesamte Körper, oder mindestens 60% der gesamten Körpermuskulatur, in einer Bewegungsform trainiert wird.

Ein klassisches Beispiel, falsches Beispiel, im Fitness ist der Bicepscurl. Für die Leute, die diese Übung nicht kennen; Man nimmt eine Lang- oder Kurzhantel und beugt den Ellenbogen, wodurch der Bicepsmuskel trainiert wird. Dies ist eine „isolierte“ Trainingsform und fällt damit für mich nicht unter den Begriff funktionelles Training.

Beispiel Funktionelles Training Kraft

Beispiel 1: Wenn die Person beruflich 40 Kilogramm heben muss, dann sollte ich dies Aufbauen bis er wieder belastbar ist um dieses Gewicht wieder zu heben und seinen oder ihren Körper wieder belastbar zu machen. Wenn er dann ein Gewicht hebt, schaut man welche (Freihantel-) Übung am nächsten zur Alltagshandlung kommt (z.B. Kreuzheben). Hebt er dies mit einer Hand (asymmetrisch) oder symmetrisch? Auch das sollte man dann so trainieren.

Beispiel 2: Wenn du ein Volleyball-Spieler bist ist Krafttraining eine wichtige Voraussetzung für deine Sportart. Dann macht es keinen Sinn die Beinstrecker zu trainieren weil dies nichts zu tun hat mit dem Bewegungsablauf, dann sind Kniebeugen oder Squats viel effektivere Übungen weil genau die gleichen Muskeln aktiv sind, welche du für deine Sprungkraft benötigst.

Noch besser ist es, und funktioneller, wenn du Kniebeugen kombiniert mit Sprungkrafttraining machst, ich nenne dies Transfertraining (zu diesem Thema werde ich aber mehr in einem meiner nächsten Blogs schreiben)

Einige Vorteile des funktionellen Krafttrainings!

  • Weniger Verletzungen
  • Bedeutend stabilisierenderes Training
  • Grosse Beanspruchung deines Nervensystems (propriozeptiv)
  • 3-dimensionales Training, Training in alle Bewegungsrichtungen
  • Keine einseitige Muskelentwicklung

Zirkeltrainings sind für mich ein klassisches Beispiel für „funktionelles Training“. Nein, nicht der Milon Zirkel, das hat wieder nichts damit zu tun, aber Zirkeltraining mit Sprüngen, Ausfallschritten, Kniebeugen, Cardiotraining, koordinatives (anspruchsvolles) Training und weiteres sind schöne und variationsreichte funktionelle Formen.

Jetzt kann es gut sein, dass du denkst, was? Ist das alles? Das ist doch nichts neues?!

Das kann tatsächlich so sein, ich meine so trainiere ich selber mit leute bereits seit 25 Jahren! Deswegen ist es so toll, dass es einen „neuen Begriff“ gibt. In Magazinen und Zeitungen überall bekannt als DIE Trainingsmethode! Ob ich damit Probleme habe, NEIN natürlich nicht, weil dies ist einen schöne Bestätigung, dass wir es gut machen!!

Wenn du daran zweifelst, lade ich dich gerne ein unser YOUTUBE Kanal zu besuchen, wo wir diverse Videos präsentieren, viele unter dem Begriff „Outdoor Fitness Training“ wo wir viele funktionelle Trainings-Übungsformen zeigen.

Mein Tipp!

Noch besser ist aber mal vorbei zu kommen und dies selber mal auszuprobieren. Es kann aber ganz gut sein, dass du da der eine oder andere Muskel spüren wirst!

 

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