Pieter Keulen
3 Feb

Schulterluxation – Schulterausrenkung – Ursache und Behandlung

Kategorie: Medizin, Medizinisches Training, Physiotherapie, Videos
Autor: Pieter Keulen

Eine Schulterluxation oder eine Schulterausrenkung findet meistens bei einem Unfall, bei dem man versucht einen Sturz mit gestrecktem Arm abzufangen, statt. In diesem Beitrag erfahrt ihr mehr über die Ursache und Behandlung dieser Verletzungen.

Eine Luxation wird eine Verletzung genannt, bei der kein Kontakt mehr zwischen Gelenkpfanne und deinem Schulterblatt besteht. Dabei gibt es auch noch die Subluxation, bei der immerhin noch reduziert Kontakt besteht. Der Grund für eine Luxation liegt einerseits in der anatomischen Struktur deiner Schulter. Die Gelenkpfanne ist im Verhältnis zum Kopf viel kleiner und die Kontaktfläche ist somit  auch geringer. Der Vorteil ist, dass die Beweglichkeit des Schultergelenks gross ist, der Nachteil ist, dass es also zu Luxationen kommen kann.

Rotatorenmanschette

Die Natur hat aber vorgesorgt mit diversen Muskelgruppen, die dafür sorgen, dass deine Schultergelenk stabil bleibt. Diese Gruppe nennen wir die Rotatorenmanschetten. Diese Muskeln sind: M. infraspinatus, M. supraspinatus, M. teres minor und M. subscapularis.

Unfallmechanismus

Eine typische Luxation findet bei einem Sturz statt. Man versucht mit gestrecktem Arm den Sturz abzufangen oder die betreffende Person fällt auf die Schulter (z.B. beim Skifahren, Handball oder Rugby). In allen Fällen rollt der Kopf nach vorne und verliert den Kontakt, wie bereits angesprochen. Schultergelenk.

Reposition Arm in Gelenkpfanne

Wenn du eine Person triffst, die die Schulter ausgerenkt hat, häufig bei schlanken Personen, fällt sofort die veränderte Position des Schulterkopfs auf. Auch wird diese betreffende Person dir ziemlich genau sagen können, dass die Schulter ausgerenkt ist. Wenn es keinen Fachspezialist in der Nähe gibt, der die Schulter wieder Respositionieren kann wird in den meisten Fällen die Cunningham Methode verwendet. Im Link kannst du sehen wie diese Methode funktioniert.

Auch wenn es gelungen ist die Schulter wieder ins Gelenk zu bringen, kann es vorkommen, dass es auch zusätzliche Verletzungen gegeben hat im Gelenk. Dabei kann man denken an z.B.:

  • Abriss einer oder mehrerer Rotatorenmannschetten-Sehnen
  • Verletzung Blutgefässe und/oder Nerven
  • Bankart Läsion
  • Verletzung der Gelenkkapsel
  • Knochenverletzung

Aus diesem Grund wird oft nachträglich noch ein MRI vom Schultergelenk vorgenommen, um schlimmere Verletzungen auszuschliessen.

Rehabilitation

Primär gibt es zwei Möglichkeiten für den Patienten wie die Rehabilitation anlaufen kann. So hat man die Möglichkeit die Schulter operativ zu behandeln. Insbesondere bei komplexeren. Verletzungen, z.B. Sehnenabriss(e) sollte man diese Möglichkeit sicher abwägen.

Wenn es keine strukturellen Verletzungen gibt sollte man sich, bevor es zu einer Operation kommt, überlegen ein Schulteraufbautraining durch Sportphysiotherapie durchzuführen.

Diese physiotherapeutische Behandlung sollte bestehen aus:

– Kräftigungstraining mit u.a. Zuggeräten, Theraband, Kurz- und Langhantel

– Stabilisierendes Training

– Mobilisierende Übungen (Prophylaxe Frozen Shoulder)

– Explosivkrafttraining

– Wurfkrafttraining

Return to Sports

Bei Sportlern gibt es viele verschiedene Faktoren, die mitspielen ob und wann ein Sportler wieder wettkampffähig ist. So spielt z.B. die muskuläre Stabilität der Rotatorenmannschette eine wichtige Rolle, die Beweglichkeit, die Sportart selbst, die der Sportler durchführt, denn insbesonder bei Überkopfsportarten und Sportklettern kann und wird die Reha längere Zeit in Anspruch nehmen.  Der Zeitpunkt wieder einzusteigen ist von Person zu Person sehr unterschiedlich.

Im Video ein Beispiel für das Aufbautraining in der letzte Phasen der Reha. Dieser Volleyballer hatte seine Schulter luxiert. Das gesamte Aufbautraining dauerte 4 Monaten.

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