Wie trainiert man Kniestabilität nach Sportverletzung?!

Vielleicht kennst du das auch. Du hast dein Knie oder deinen Fuss verletzt und gehst zum Physiotherapeuten. Um die Kniestabilität zu trainieren stehst du auf einem Bein und versuchst die Balance zu halten. Dieses Stabilitätstraining teile ich in vier Phasen. Darüber kannst du jetzt mehr Lesen!

Nach einer Knie-, Fuss- oder Hüft-Verletzung wird der Physio das Element Stabilitätstraining auf dem Programm haben. Dabei empfiehlt sich ein methodischer Aufbau des Trainings in vier Phasen von einfach bis schwierig:

1. Phase: Stand auf einem Bein
Das ist die „klassischste“ Methode. Das trainierende Bein wird „statisch“ belastet. Dazu kann man dem Sportler diverse Aufgaben geben, um die Übung zu erschweren, wie z.B. den Ball zuwerfen, Pendel-Bewegungen mit dem unbelasteten Bein usw. Im untenstehenden Video siehst du ein paar einfache Beispiele zu dieser ersten Phase. Selbstverständlich kann die Übung von dir oder deinem Physiotherapeuten auf dein Niveau abgestimmt werden. Trainingsbeispiel:



2. Phase: Dynamische Stabilität
Hier sehen unsere Stabilitätsübungen für Fuss- und Kniegelenk bereits etwas anders aus. Es geht hierbei um das „Aktion ist Reaktion“ Prinzip. Typische Beispiele hierzu sind Sprung- oder «Stop & Go»-Belastungen in verschiedene Richtungen. Auch hier kann man die Dosierung individuell steuern, anfangs etwas langsamer und kontrollierter, später immer schneller und explosiver. Im Video ein Trainingsbeispiel:


3. Phase: Imitationstraining
Beim Imitations-Stabilitätstraining geht es bereits in Richtung sportartenspezifische Stabilität. So würde z.B. ein Handballer einbeinige Sprünge machen, während er andauernd aus der Balance gebracht wird. Oder der Handballer macht verschiedene Bewegungen und der Physio «stört» in dabei. Im nachfolgenden Video (ab Sekunde 45) siehst du ein Beispiel dieser Trainingsmethode:

4. Phase: Sportartenspezifische Stabilität
Dieses Stabilitätstraining bedeutet Training in der Halle, auf dem Eis oder auf dem Fussballplatz. Es steht nun nicht mehr das Reha-Training in der Physiopraxis im Zentrum, sondern das Training in der für den Sportler vertrauten Umgebung. Dies ist dann auch der letzte Schritt für den Wiedereinstieg in den Sportalltag. Auch hier wieder ein passendes Beispiel:

Es reicht also nicht auf einem Bein zu stehen und anschliessend zu sagen, dass der Sportler wieder mit dem Fussball- oder Handballtraining starten kann. Wichtig ist, diesen methodischen Aufbau zu durchlaufen! Nicht nur die Strukturen, die verletzt waren, werden wieder gezielt trainiert, auch steigern sich das mentale Können und das Selbstvertrauen beim Sportler. Ich sage oft zu meinen Patienten, dass das Training in der Sportphysiotherapie härter sein soll als ein Wettkampf. Wer dieses Training übersteht kann ich mit ruhigem Herzen wieder auf den Platz zurückschicken. Um wieder wettkampffähig zu sein braucht es also nicht nur stabile Gelenke, sondern auch einen «stabilen» Kopf.

Pieter Keulen

Autor: Pieter Keulen


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Kategorie: Videos
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