Warum Krafttraining in Golf?

Wenn man auf Youtube sucht, findet man die tollsten Videos mit den spannendsten und lustigsten Golfübungen. Dabei kennt die Kreativität der Coaches auf diesen Videos oft keine Grenzen. Auch an Workshops und Seminaren fällt mir auf, dass für die Teilnehmer das Erlernen neuer Übungen und Gags oft das Highlight der Workshops sind. Warauf kommt es aber an? Das erkläre ich dir jetzt!

Also vorne weg, dagegen spricht auch gar nichts. Es ist gut wenn Teilnehmer neue Inputs erhalten und dadurch erfrischt und motiviert sind.

Die wichtigsten zwei Fragen sollten jedoch folgende sein:

  • Was möchte ich im Golfspiel trainieren und
  • Was ist das Ziel der Übung?


Da mein Spezialgebiet die Fitness und die orthopädische Medizin betrifft, werde ich in diesem Schreiben nur auf dieses Thema eingehen. Was sind die idealen Kraftübungen?
Die idealen Kraftübungen, spezifisch für Golf, sind u.a. von folgenden Punkten abhängig:

1. Haltung– und Körperstatik
Wenn Sie im Büro tätig sind oder mal waren, wird Ihre Körperhaltung dadurch beeinflusst sein. Sie können sich vorstellen, dass wenn Sie täglich 7-8 Stunden an einem Bürotisch sitzen, dies Spuren hinterlässt. Im Laufe der Jahre haben sich ein vermehrter Rundrücken, verkürzte Muskulatur, nach vorne geneigte Schultern und ein nach vorne geneigter Kopf (Anteposition Kopf) entwickelt haben.

Mehr zum Thema Muskuläre Dysbalance


2. Muskulatur
Haben Sie kräftig entwickelte Muskulatur? Speziell für die Rumpfmuskulatur (Coremuskeln) ist eine kräftige Muskulatur sehr wichtig. Stellen Sie sich vor Sie waren den ganzen Tag im Büro, Ihre Rumpfmuskulatur wurde kaum beansprucht, Sie fahren in Ihrem Auto sofort zum Golfclub und weil Sie schon spät dran sind, möchten Sie sofort anfangen. Sie legen los und aaaiii Sie spüren ein Zwicken im Rücken… Ihre Bandscheibe spinnt…


3. Körperbewusstsein (Body Awareness)
Wenn Ihr Golfpro Ihnen versucht zu erklären, dass Becken nach vorne zu kippen, Schultern nach hinten zu ziehen und Sie haben keine Ahnung wie Sie das anstellen können, hat dies mit Ihrer Body Awareness zu tun. Es kann sein, dass Golfer nicht spüren wie die verlangte Übung durchgeführt werden muss, andererseits kann es sein, dass aufgrund fehlender Kondition (Kraft oder Beweglichkeit) der Golfer einfach Mühe hat die Übung durchzuführen. Vor einigen Jahren kam eine Dame ziemlich frustriert zu mir betreffend Ihrem Golf-Spiel. Die technischen Optimierungen des Golfpros betreffend Ihrer Körperhaltung konnte sie nicht umsetzten. Als wir die Assessments durchführten, wurde auch sehr schnell klar warum sie dies nicht konnte. Die Beweglichkeit ihres Beckens und unterer Wirbelsäule war so limitiert, dass sie diese Anweisungen von Golf Pro niemals hätte umsetzen können.

Die Beweglichkeit ihres Beckens und unterer Wirbelsäule war so
limitiert, dass sie diese Anweisungen von Golfpro niemals hätte umsetzen können.


Assessments
Aus diesem Grund ist ein Check up (Assessment) eine sehr wertvolle Analyse. Diese Analyse gibt dem Coach sehr viel Information um schlussendlich einen optimalen Trainingsplan aufzustellen.

Wenn Ihre Schultern nach vorne stehen (Protraction Schultern) sind Übungen wie Liegestützen oder Bankdrücken nicht empfehlenswert und zwar aus dem einfachen Grund, dass durch die Kräftigung dieser Muskulatur Ihre Schultern noch mehr nach vorne kommen. Dafür wäre das Training des oberen Rückenstreckers genau das Richtige. Durch Dehnungen der Brustmuskulatur und Kräftigungsübungen des oberen Rückens können Sie Ihre ideale Körperhaltung zurück gewinnen. Diese hätte wiederum einen positiven Einfluss auf Ihr Golfspiel.

In einem Assessment wird meistens nur die gerade Bauchmuskulatur getestet. Sie kennen dies wahrscheinlich: Sie liegen auf dem Rücken, Knie angezogen und Hände hinter dem Nacken. Sie versuchen dann aus dieser Position hoch zu kommen bis zum Sitz.

Wenn man aber die Funktion der Bauchmuskulatur betrachtet, stellt man fest, dass (speziell beim Golf) nur 20-30% der geraden Bauchmuskulatur aktiv ist und 70-80% die schräge Bauchmuskulatur betrifft. Deswegen sind auch die schrägen Bauchmuskeln viel wichtiger für ein Golfer als die geraden Bauchmuskeln.


Zusammengefasst
Die Wahl Ihres idealen Trainingsprogramms ist also abhängig von einigen Faktoren. Da jeder Mensch eine andere Körperhaltung und Biomechanik hat (lange/kurze Beine, lange/kurze Arme usw) kann der Fitnesstrainingsplan für jeden Golfer anders aussehen.

Der Coach, der Ihnen also Ihren persönlichen Fitnesstrainingsplan zusammenstellt, sollte vorab eine Untersuchung machen bezüglich dieser drei Faktoren, welche ich in diesem Schreiben erwähnt habe. Nur so erhalten Sie einen richtiges Fitnesstrainingsprogramm.



Lese auch!

Golf- Top 5 Warming up Golf
Golf - Hole in one

Pieter Keulen

Autor: Pieter Keulen


Beitrag Informationen

Kategorie: Fitness
Ansichten: 417


Blog abonnieren


Kategorien
Abnehmen Allgemein BGM / BGF Fitness Gesundheit Medizin Medizinisches Training Physiotherapie Videos


Anfänger Heute –
Gewinner Morgen

Starte jetzt dein unverbindliches Probetraining!