Pieter Keulen
7 Okt

Herzversagen – auf dem Weg zurück, was ist zu beachten?!

Kategorie: Medizin, Medizinisches Training
Autor: Pieter Keulen

Eine Herzattacke ist eine von den intensivsten Erlebnissen, die ein Mensch erleben kann. In vielen Fällen sorgt dieses Erlebnis oft zu grundlegenden Änderungen im Leben. Gerne gebe ich dir einige Tipps.

Nach einem Bypass und/oder Stent geht es darum, die gesamte Fitness wieder aufzubauen und sich auch psychologisch mit diesem intensiven Ereignis auseinander zu setzten. Diverse Kliniken und Spitäler bieten gute Rehabilitationsprogrammen an. Im Luzerner Kantonspital gibt es zum Beispiel das Kardiofit-Programm  Speziell für Patienten nach grösseren Eingriffen ist dies in den ersten Wochen ein sehr sinnvolles Programm.

Auch in unserem Medical Training Center in Emmenbrücke und Hochdorf haben wir bereits einen grossen Erfahrungsschatz, was die Rehabilitation mit Kardiopatienten angeht. Entscheidend für eine gute Rehabilitation sind der konditionelle Aufbau und die mentale Stärke wieder zurück zu gelangen.

Hier einige Bemerkungen zu einer Rückkehr nach einem Herzversagen

Aufklärung und Informationen

Eine Herzattacke ist etwas anders als ein verspannter Muskel, welcher mit einer Massage innerhalb kurzer Zeit wieder in Ordnung ist. Oft erlebe ich Patienten, die sehr unsicher sind, ja sogar ängstlich weil „es könnte wieder passieren“. Eine gute Aufklärung ist sehr entscheidend, damit so wenig wie möglich Unsicherheiten entstehen können.

Ernährung

Zu viel Fast Food, zu viel fettige Produkten, zu viel Salz und sich keine Zeit nehmen für die Ernährung sind alles No-Go`s. Ein Zuviel von allem wirkt sich schlecht auf deinen gesamten Organismus aus. Man braucht wirklich nicht nur noch grüne Blätter und Karotten zu essen.

Es macht nichts, wenn man sich auch mal eine Bratwurst gönnt, aber denke daran zu viel davon solltest du vermeiden. Einmal in die Woche darfst du ein wenig „sündigen“, den Rest der Woche solltest du aber vernünftig sein.

Stress

Dauernd „auf Trab sein“, leben unter Hochspannung, nicht NEIN-sagen können und so weiter führt dazu, dass dein Blutdruck steigt, Körper und Geist zu wenig regenerieren und das Risiko wieder ansteigt. Oft erlebe ich die Personen, die eine Herzattacke erlitten haben, den Umgang mit Stress radikal ändern. Der Auslöser der Herzattacke ist, was das betrifft ein „harter Weg“ zu verstehen, dass man etwas ändern sollte.

Bewegung

Neben den beiden obenstehenden Faktoren ist Bewegung ein wichtiger Bestandteil des Aufbautrainings. Eigentlich ist immer die Frage der Patienten; „Wie viel darf ich belasten? Muss ich meine Herzfrequenz (Puls) beobachten? Wann darf ich wieder joggen? Wie sieht mein Fitnessprogramm aus?“

In meinem Blogbeitrag „Bluthochdruck – Medikamenten und Training“ bin ich bereits sehr ausführlich auf dieses Thema eingegangen. Es lohnt sich diesen Blogbeitrag anzuschauen.

Mentaler Aufbau

In einer Dauerangst zu leben, dass eine Attacke sich wiederholen könnte, ist eine enorme Belastung für den Patienten. Die meiste Spitäler und Kliniken bieten die Möglichkeit einer psychologischen Unterstützung, welche ich doch jedem Patient empfehle zu nutzen.

Es ist jedoch auch wichtig und logisch, dass der Rehatrainer, der primär für den konditionellen Aufbau zuständig ist, nicht nur ein guter Trainer sondern auch ein guter Coach ist.  Wichtig ist es, dass der Patient begleitet wird bis die konditionelle und mentale Stärke wieder da ist.

Zum Schluss

Die Chancen wieder ein normales Leben anzufangen haben sich im Laufe der Jahre enorm gebessert. Neue operative Methoden, bessere diagnostische Möglichkeiten, persönliche Betreuung und optimale Rehabilitation haben gezeigt, dass viele Herzpatienten wieder aktiv sind, Freude zurück gewinnen und ein langes Leben führen können.

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