Pieter Keulen
30 Mai

Physiotherapie oder Rehatraining

Kategorie: Medizin, Medizinisches Training, Physiotherapie
Autor: Pieter Keulen

Wenn du eine Verletzung hast und der Arzt  dir Physiotherapie verschrieben hat, dann kommt die Frage auf, zu welchem Physiotherapeut du gehen sollst und was dich dort erwartet! Viele Patienten landen schlichtweg in einer Physiotherapie, die vielleicht für die jeweilige Verletzung nicht unbedingt geeignet ist.

Es ist manchmal sehr frustrierend, dass Ärzte Physiotherapie verschreiben und dem Patienten mitteilen; „Suchen Sie sich einen Physiotherapeut“. Nun stellen wir uns doch vor Du hättest dein Kreuzband verletzt, die Schulter ausgerenkt oder deinen Rücken operiert.

Nun gibt es Physiotherapeuten die spezialisiert sind auf u.a. Kinderphysiotherapie, Physiotherapie für Krebspatienten, Physio für Menschen nach einem Hirnschlag, Physiotherapeuten, die sich auf die Osteopathie spezialisiert haben, Physiotherapeuten, die diverse Manuelle Therapie Weiterbildungen gemacht haben und Physiotherapeuten, die nicht besonders spezialisiert sind.

Da stehst du nun…

Mit deiner Kreuzbandverletzung, ausgerenkter Schulter oder Rückenoperation wärst du mit Sicherheit am besten in einem Trainingszentrum aufgehoben, in dem man diverse Möglichkeiten anbietet, wie u.a. Medizinische Trainingstherapie oder Sportrehabilitation.

Leider landen sehr häufig Patienten in der „falschen“ Physiotherapie. Oft fehlen da nicht nur das „Know How“, sondern auch die Möglichkeiten, dich gut zu rehabilitieren.

Statistiken zeigen, dass bis zu 30% aller Kreuzbandpatienten eine erneute Kreuzbandverletzung erleiden. Ich bin davon überzeugt davon,  dass ein Teil dieser erneuten Verletzungen darauf zurückzuführen sind, dass Patienten in einer Physiotherapie landen, die nicht spezialisiert sind auf dieses Gebiet und nicht optimal dafür eingerichtet sind.

Wenn eine Physiotherapie nicht diese Trainingsmöglichkeiten bieten kann, soll es doch am besten seine Finger davon lassen. Wenn man einen Oberschenkel nicht optimal aufbauen kann, einfach weil nicht die nötigen Trainingsmitteln zu Verfügung stehen, sollte man doch sagen können: „Gehen Sie lieber zum Sportphysiotherapeut oder Reha-Trainer, der diese Möglichkeiten hat.“

Medizinische Trainingszentren, die diese Möglichkeiten haben, bieten Patienten unbeschränktes Training. Das bringt doch viel mehr als 2-mal wöchentlich, 30 Minuten dein Knie zu bewegen, oder nicht?

Dieses gilt natürlich nicht nur für Kniepatienten. Es gibt eine Unmenge von Fällen, die in einem Trainingszentrum viel besser aufgehoben wären. Umgekehrt ist dies aber auch so. Es gibt auch Patienten, die bei einem Osteopathen oder bei einem manuellen Therapeuten besser aufgehoben wären als in einer Sportphysio.

Jetzt denkt man vielleicht, aber das kostet doch viel mehr in einem Trainingszentrum. Nein, das ist nicht so! Das Verrückte daran ist, dass es egal ist ob der Physiotherapeut 30 Minuten behandelt oder du drei Stunden mit einem Sportphysio in einem Reha-Zentrum trainierst, die Kranken- oder Unfallversicherung zahlt nicht mehr und auch nicht weniger.

Kommst du noch nach?

Die Versicherungsgesellschaft zahlt nicht mehr wenn du mit deiner Verletzung in ein Medizinisches Trainingszentrum kommst, obwohl du da mit deiner Verletzung viel besser aufgehoben wärst.Versicherungen habe ich oft darauf hingewiesen, aber niemanden interessiert es. Mit Sicherheit könnten wir in der Schweiz Kosten senken, wenn wir Patienten viel besser betreuen könnten und hätten sicher auch weniger Rückfälle.

Was kannst du als Patient machen?

  • Frage beim Physiotherapeut nach, welche Qualifikationen und Möglichkeiten er hat, um dein verletztes Gelenk optimal behandeln zu können.
  • Dein Hausarzt sollte dir ganz klare Empfehlungen geben für einen Physiotherapeuten, der genau auf deine Probleme spezialisiert ist. Es reicht nicht, wenn dein Hausarzt sagt: „Dafür sind Sie selber zuständig“
  • Besuche diverse Websites. So erhältst du noch einen guten Eindruck über die Spezialisierung der einzelnen Physiotherapiepraxen.
  • Frage nach bei Freunden und Kollegen, die vielleicht identische Beschwerden hatten und ob sie mit ihrer Therapie zufrieden waren.

 

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