Pieter Keulen
25 Nov

Positive Kommunikation und Wertschätzung im Unternehmen

Kategorie: BGM / BGF
Autor: Pieter Keulen

Mein Chef fährt in seinen BMW rum und ich krampfe mich hier fast zu Tode!“. Das war das Feedback welches ich von einer Mitarbeiterin eines Unternehmens aus der Ost-Schweiz erhielt. Sie war aber nicht die einzige die sich beklagte….

Ich erhielt eine E-Mail von einem Unternehmen aus der Ost Schweiz.
Dieses Unternehmen war sehr Interessiert betreffend BGM/BGF (betriebliches Gesundheits Managment/betriebliche Gesundheitsförderung). Diese Firma kämpfte mit einer hohen Anzahl Krankheitsausfälle.

Wir vereinbarten einen Termin und trafen uns an einen Mittwochnachmittag in dem betreffenden Unternehmen. Im dem ersten orientierenden Gespräch erklärte mir die Leiterin HR und Ihr Kollege die Probleme. Nacken- und Rückenbeschwerden und diverse andere kleine Übelkeiten waren eindeutig zu hoch gemäss dem „normalen“ durchschnitt.

Beiden erklärten mir, dass Sie die hohen Krankheitsbedingten Ausfälle nicht gut erklären können. In den Mitarbeiter Gesprächen schien es, dass die Mitarbeiter mit Ihrem Umfeld und der Arbeit zufrieden waren. Jedenfalls dachten das die beiden Mitarbeiter….

Wenn ich ein Unternehmen besuche frage ich meistens ob ich die Möglichkeit habe mich mal im Unternehmen umzuschauen und mich mit den Mitarbeitern zu unterhalten. Ich habe oft erlebt das der Eindruck welche die Geschäftsleitung von Ihren Mitarbeitern hat nicht immer der gleiche ist wie ich das als unabhängige Fachperson erlebe. So auch dies Mal.

Die erste Person die ich traf war eine Dame die sich über das veraltete Software System aufregte und das dies nur ärger bringe. Die zweite Person war eine welche bereits 35 Jahre im Unternehmen tätig und zuständig für die Ausbildung junger Lehrpersonen ist. „Ich verstehe diese Generation nicht!“. „Sie sind unzuverlässig“, „Sie interessieren sich überhaupt nicht für die Arbeit“, und so ging dies weiter…

Dann kam die Dame welche erwähnte, dass Ihr Chef in seinem BMW rumfährt und Sie sich „zu Tode“ Krampft.
Eine andere Dame meinte es werde heftig gemobbt und dass innerhalb des Unternehmens eine miese Stimmung herrscht.
Ich fragte darauf diese Dame ob Sie dies Intern mal besprochen habe?
Die Antwort war „Nein, jeder hält lieber seinen Mund“ und „Den Chef interessiert dies sowieso nicht

Nach etwa einer Stunde Firmenintern verbracht zu haben war mir klar, dass die Nacken- und Rückenbeschwerden Indirekte folgen der schlechten Firmeninternen Mentalität sind. Als ich dies mit den beiden Mitarbeitern der HR- Abteilung besprach, waren Sie doch überrascht. (Selbstverständlich blieben die Namen der Mitarbeiter anonym)

Mein Vorschlag war vorerst mal auf einen Workshop zum Thema Nacken- und Rückenverspannungen zu verzichten, da dies meiner Meinung nach vorerst nichts bringen würde. Mein Vorschlag war erst mal eine Umfrage bei den Mitarbeitern zu machen was ihre Wünsche und Bedürfnisse sind.

Dieser Fragebogen bestand aus Fragen wie Ergonomie, Gesund am Arbeitsplatz, Wertschätzung, Kommunikation, Arbeitsumfeld, Work Life Balance und weiteres.

Den anonymen Fragebogen haben wir darauf evaluiert und eine Zusammenfassung für die Geschäftsleitung erstellt.
Bei der Evaluation stand ganz oben auf der Prioritätsliste der Mitarbeiter „Kommunikation und Wertschätzung“ (welche mich nach den Gesprächen nicht gross überraschte).

Erste Massnahmen
Darauf haben wir einen Aktionsplan erstellt und haben bereits die ersten Massnahmen durchführen können. Vielleicht denkst du „Was waren dann die ersten Massnahmen?“.
Eigentlich nichts besonders, erst haben die Mitarbeitenden mal „gelernt“ miteinander zu reden und auch lernen müssen Komplimente an andere zu machen (sehe auch meinen Blogbeitrag Komplimente machen das Leben Süss) aber auch sich gegenüber anderen äussern können wenn man nicht zufrieden ist, akzeptieren wenn es verschiedene Meinungen gibt …..

Team – Das Wir-Gefühl
Dann durfte ich einen Vortrag für die Geschäftsleitung und Mitarbeiter zu Thema „Team“ machen. Ich habe den Vergleich mit einen Fussballmannschaft gemacht und den verschiedenen Abteilungen eine Position in der Mannschaft gegeben. Ziel war ein „WIR-Gefühl“ zu kreieren anstatt verschiedenen (unzufriedene) Einzelkämpfer. Darauf haben wir Definiert welches „Level“ man spielen möchte 3. Liga oder vielleicht sogar Champions League?!

Fit am ArbeitsplatzUND, was benötigt es um Champions League spielen zu können?
Stichwörter; Teamplayer, Einsatz, Begeisterung, wie umgehen mit Talent (erinnere dich an die Fachperson welche die Jungen Lehrpersonen Ausbildet), wie umgehen mit den Fans (also den Kunden!) und so weiter…

Direkter Kontakt
Wichtige Interne Gespräche nicht per E-Mail aber telefonisch oder von Person zu Person besprechen (ein anderer Vorteil ist dabei das die Mitarbeiter gleichzeitig auch noch in Bewegung sind statt 8 Stunden auf dem Bürostuhl zu sitzen).

Positiv denken
Wir haben eine „Positive Wand“ eingeführt, im Blogbeitrag „die Positive Wand“ haben ich bereits mehr darüber geschrieben. Mittlerweile ist die Wand bereits zu 1/3 vollgeschrieben mit anständigem Feedback von Kolleg zu Kolleg.

Der Chef lebt vor
Mit dem „Chef“ habe ich auch verschiedene Gespräche geführt und Ihm erklärt das es seinem Unternehmen gut tun würde wenn er regelmässig in direkten Kontakt mit seinen Mitarbeitern kommt, mit ihnen redet. Erfahren was läuft, die Mitarbeiter beim Namen kennt, und die Bedürfnisse kennt. Er hat erkannt das er die letzten Jahre nachlässig war da er „die Energie“ nicht dazu hatte. Momentan aber macht er dies wirklich gut und gibt sich Mühe.

Wie geht es jetzt?!
Gesamthaft gesehen sind wir momentan auf gutem Wege. Dadurch das die Mitarbeiter miteinander reden, die Fachpersonen von HR sich unglaublich Mühe geben zu Coachen, merkt man das bereits nach 4 Monaten eine andere Stimmung herrscht und das ist wirklich ganz toll!

Sachen wie Leidenschaft, Wertschätzung, Anerkennung, den Mut zu haben etwas ändern zu wollen, Energie und Freude sind in meinen Augen die wichtigsten Eckpfeiler jedes Unternehmens und manchmal braucht es gar nicht so viel aber tut man sich doch richtig schwer..
Wie ist dies bei euch?

 

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