Nicola Biasca
11 Nov

Knie-Operation mit minimal-invasiver Operationsmethode

Kategorie: Medizin

Im heutigen Beitrag freut es mich, einem Gast-Blogger das Wort zu lassen. Dr.med.Nicola Biasca hat einen Beitrag erstellt zu einer Operations-Technik, die minimal- invasive Operationstechnik. Eine Operationstechnik welche er seit 15 Jahren durchführt.

Nicola Biasca– Das Alter der Bevölkerung steigt stetig an, parallel dazu nehmen die Ansprüche der Patienten in Bezug auf Aktivität und Mobilität zu. Bei jüngeren, aktiven Personen nimmt die Häufigkeit von Sportverletzungen und Unfällen als Ursache einer Arthrose zu. Alle diese Faktoren führen dazu, dass die Anzahl der Patienten mit einer Arthrose am Kniegelenk, einer sog. „Gonarthrose“, in den letzten Jahren zugenommen hat.

Zu Beginn der Erkrankung können physikalische Therapie, Krankengymnastik und Gelenkinjektionen mit schmerzlindernden und entzündungshemmenden Medikamenten die Symptome lindern. Knieorthesen können bei der Stabilisierung eines instabilen Kniegelenkes helfen und somit die Schmerzen lindern. das Fortschreiten der Arthrose kann nicht entscheidend gestoppt Jedoch kann das Ziel einer nicht-operativen, sog. „konservativen“, Therapie nur die Schmerzlinderung sein, werden.

Falls diese konservativen Massnahme nicht ausreichen, kann eine gelenkerhaltende Operationen (wie z.B. Gelenkspiegelung, Knorpelersatzgewebe, Beinachsenkorrekturen) durchgeführt werden. Die Spiegelung mit Spülung des Gelenks ist vor allem indiziert bei mechanischer Blockierung des Gelenkes durch störendes Gewebe, wie einem abgenutztem Meniskus, Knorpelschäden, Knochenanbauten usw. Dabei werden Überstände und Rauigkeiten, die sich im Laufe der Zeit an Knorpel, Meniskus, Kapsel und Bändern gebildet haben, entfernt, und abgeschliffen. Wenn ernsthafte Knorpelschaden vorhanden sind kann durch Züchtung körpereigene Knorpelkzellen, welches in Labor durchgeführt werden, im geschädigte Knorpelteil transplantiert werden. Somit kann den Verletzten Knorpel in begrenzten ausmass sich wieder regenerieren.

KnieoperationBei Kniegelenksverschleiss aufgrund einer Fehlbelastung durch eine O-Beinfehlstellung oder Knieinstabilität kann eine operative Korrektur der Beinachse, eine sog. „Umstellungsoperation“, als möglicher Therapieansatz in Frage kommen. Hierbei wird versucht durch eine Anpassung der Fehlstellung im Kniegelenk die Belastung vom stärker verschlissenen Bereich, zu den weniger stark abgenutzten Bereichen zu verlagern.

Diese Option ist vor allem bei jüngeren aktiven Patienten mit einem einseitigen Verschleiss des Gelenkes eine Therapiealternative. Ein hierbei häufig erfolgreiches Operationsverfahren bei mässigen Abnutzungserscheinungen ist die Umstellungskorrektur des Schienbeins, welches kniegelenksnah durchtrennt, aufgeklappt und anschliessend verplattet wird und dadurch die hauptgewichtstragende Achse verändert.

Diese Operationsmethode erreicht heute häufig eine Linderung der Beschwerden von weit über 10 Jahren und die Patienten können alle sportlichen Aktivitäten durchführen. Nachteilig sind die lange postoperative Rehabilitation, welche zwischen drei und sechs Monaten betragen kann, und die weitere Zunahme der Arthrose durch die fast ausschliessliche Belastung der „gesunden“ Anteile des Kniegelenks. Eine Umstellungsoperation im Bereich des Knie kann einen bereits vorhandenen Gelenkverschleiss jedoch nicht rückgängig machen und bringt keinen Erfolg bei zu weit fortgeschrittener Arthrose.

VKB OperationBei Versagen der vorgenannten Behandlungsmethoden bleibt häufig als letzte Möglichkeit die Schmerzen des Patienten zu behandeln, die Funktionalität des Kniegelenkes zu verbessern und schlussendlich die allgemeine Patientenzufriedenheit zu steigern, der endgültige Ersatz der Gelenkflächen durch eine Prothese.

Die Teil- oder sog. „Schlittenprothese,, ersetzt ein bestimmten Bereich des Kniegelenks und die übernimmt die Aufgabe des Gelenkknorpels: Die Gelenkknochen im Knie können so nicht mehr aufeinander reiben. Eine Schlittenprothese empfiehlt sich vor allem bei älteren wenig aktiven Patienten. Sie profitieren von der deutlich kürzeren Rehabilitationszeit gegenüber der Umstellungskorrektur.

Der Einsatz eines künstlichen Kniegelenkersatzes, einer sog. „Knie Endoprothese“, ausgeführt in der konventionellen Technik, gilt heute als eine der erfolgreichsten Operationen bei fortgeschrittenem Verschleiss am Kniegelenk.

Die Bedeutung der exakten Positionierung der einzelnen Prothesenbestandteile und der Wiederherstellung der korrekten Beinachse für den Erfolg der Knie Endoprothetik. Bedingt durch den jeweiligen chirurgischen Zugang und die Implantationstechnik kann es zu einem grösseren Weichteiltrauma und somit zu einer verlängerten Rehabilitationszeit kommen.

TP KnieHäufig kommt es zu einer langen und beschwerlichen Rehabilitationszeit, die von 6 Monaten bis zu einem Jahr andauern kann, bis die volle Funktionsfähigkeit wiederhergestellt ist. Weiterhin sind bis zu 20% der Patienten mit dem Endresultat aufgrund von anhaltenden Schmerzen und der eingeschränkten Funktion nicht zufrieden. 10 bis 20% der Revisionen wegen Schmerzen und Prothesenversagen sind auf einen nicht-optimalen Einbau der Prothese zurückzuführen.

Knie RehabilitationDie Bedeutung der „Computernavigation“ und der „Weichteil-schonende“ Operationsmethode, die sogenannte „Computergestützte, minimal invasive Implantation“ einer Knieprothese bedeutet das Einbringen eines Kniegelenkersatz unter Zuhilfenahme von Computer Navigation. Im Prinzip wird diese Operation wie die Implantation einer konventionellen Knie Endoprothese durchgeführt. Allerdings wird ein deutlich verkleinerter Hautschnitt angewendet. Dadurch entsteht kein wesentlicher Weichteilschaden. Die Kniescheibe wird nicht aus ihrem Gleitlager luxiert. Die „Weichteil-schonende“ Operationsmethode erfordert ein eingespieltes Operationsteam.

  • Die „Computer-Navigation“ unterstützt den erfahrenen Operateur, durch eine exakte Bestimmung und Berechnung der jeweiligen patientenspezifischen Verhältnissen während der Operation, eine präzise und optimale Ausrichtung der einzelnen Prothesenteile in drei Dimensionen. So wird eine bestmögliche Wiederherstellung der Beinachse und der Bandstabilität über den ganzen Bewegungsumfang gewährleistet.
  • Der „minimal Invasive Zugang“, oder viel besser gesagt der „Weichteil-schonende Zugang“ erlaubt dem Chirurg eine Operation mit grösstmöglicher Schonung der Weichteile unter Nutzung von speziell angepassten chirurgischen Instrumenten.
  • Die „Weichteil-schonende“ computer-assistierte Implantation der Knieprothese bedeutet im besten Fall für den Patienten: geringere postoperative Schmerzen, eine frühzeitige schmerzfreie volle Belastung des Knies, einen verkürzten Krankenhausaufenthalt und häufig eine kürzere Rehabilitation, was oft mit einer wesentlichen verbesserten Lebensqualität vergesellschaftet ist.
  • Die computer-assistierte Navigation erlaubt dem Operateur eine Verbesserung der Genauigkeit, eine Erleichterung der chirurgischen Ausführung, ermöglicht jeden Schritt der Operation zu verifizieren und bietet Unterstützung bei der Ausrichtung der Instrumente und der endgültigen Prothesen.

Durch die Ausmessung und Berechnung während der Operation erlaubt die Computer-Navigation eine Rekonstruktion und Optimierung der idealen biomechanischen Gelenksverhältnisse. Dem Operateur wird eine signifikante höhere Genauigkeit und Weichteilschonung gegenüber der konventionellen Methode ermöglicht. Den Ansprüchen der Patienten können wir mit der „weichteil-schonenden Methode“ und Navigation besser gerecht werden.

Diese Faktoren erklären u.a. die Zufriedenheit der Patienten nach der Operation bedingt durch geringere Schmerzen, einer kürzeren Rehabilitation und mit der Möglichkeit das ersetzte Gelenk frühzeitig voll und schmerzfrei zu belasten, wie folgende, untenstehende, Video Aufnahmen zeigen .

Ähnlich wie bei der konventionellen Operationsmethode hängt die Erfolgsquote dieser Operation neben der Erfahrung des eingespielten Operationsteams auch von der post-operativen physiotherapeutischen Nachbehandlung bei einer erfahrener Physiotherapie sowie vom Willen und Einstellung der Patienten ab.

Der Anspruch, die Motivation und der Wille des Patienten selbst spielen ebenfalls eine entscheidende Rolle und hängen vom Alter und der Lebenseinstellung ab. ebenso ist es wichtig, dass der Patienten vor dieser Operation durch den Chirurg genauestens aufgeklärt wird, damit das Endresultat mit seinen Erwartungen korrespondiert.

Weiterhin ist es notwendig darauf hinzuweisen, keine überschätzten Erwartungen zu hegen, weil die Implantation einer Knie Prothese immer noch eine Operation mit all seinen möglichen Risiken und Komplikationen bleibt. Deswegen ist eine fundierte Aufklärung und Besprechung mit dem Patienten vor der Operation elementar.

(An dieser Stelle möchte ich mich bei den Patienten für die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung der Videos bedanken)

Kontaktadresse
Dr. med. Nicola Biasca
Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
Orthopädische Klinik Luzern AG
Hirslanden Klinik St. Anna
St. Anna Strasse 32
CH-6003 Luzern, Schweiz

P: + 41 (0) 41 208 38 17
F: + 41 (0) 41 208 38 33
E-MAIL: nicola.biasca(at)okl-ag.ch

 

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