Pieter Keulen
15 Jan

Sind unsere Kinder Schwächlinge?

Kategorie: Allgemein, Gesundheit
Autor: Pieter Keulen

Sind unsere Kinder völlige „Slappies“ geworden? Ist dein Kind „normal“? Musstest du bereits abklären, ob er oder sie nicht irgendeine Störung hat? Ich glaube fest daran, dass es viel mehr „normale“ Kinder gibt als dass wir denken….

Ich möchte mich erst einmal bei euch bedanken für die vielen positiven Reaktionen, die ich erhalten habe auf Social Media und E-Mail nach einer meiner letzten Blogbeiträge „Warum können Kinder nicht still sitzen“. Einige stellten mir Fragen, ob Therapien bereits im Kindergarten notwendig sind?! Ich sage Ihnen meine Meinung zu diesem Thema.

In einem Beitrag des Forums Eltern.de gab man an, dass in Deutschland jedes zweite Schulkind bereits eine Therapie gemacht hat, jedes vierte Kind war bereits in einer Sprachtherapie, jedes Fünfte war in einer Ergotherapie oder einer Krankengymnastik-Therapie und jedes zehnte Kind war in einer psychotherapeutischen Behandlung, Und dabei sind dies nur die Kinder im Kindergartenalter….

Man kann sagen, dass es neben der Sensomotorik, Psychomotorik, Logopädie, Ergo, Heilpädagogisches Reiten, Hippo, Musik, Cranio Sacral, Myofunktionelle und Mutismus Therapien eine grosse „Auswahl“ von Therapien gibt, wo man Kinder mit den „grössten“ möglichen Behinderungen, Defiziten und Erkrankungen helfen kann und dabei habe ich noch nicht einmal die Hälfte aller Therapien genannt.

Erstens mal hasse ich das Wort Therapie. Bei unserer Berufsgattung heisst es dann auch Physiotherapeut oder Physiotherapie, ich habe dies nicht gerne weil man das Gefühl hat, dass man mit „kranken“ Leuten zu tun hat. In der Physiotherapie und auch bei Kindern mit motorischen Defiziten redet man nicht über „kranke“ Menschen. Sie haben nur einen kleinen Rückstand oder eine Verletzung, die in den meisten Fällen behoben werden kann. Krank tönt so…krankartig…

Die Fachpersonen, die nun meinen Blogbeitrag lesen, möchte ich sicher nicht beleidigen. Ich bin davon überzeugt, dass es sicher viele Fälle, wo eine Therapie gewünscht und empfehlenswert ist, aber es kann doch nicht sein, dass wir 50% unserer Kinder in irgendeine Therapie schicken müssen.

Ich behaupte dann auch einfach mal, dass die Kinder ein „gutes Geschäft“ sind. Ist es wirklich nötig die Hälfte unserer Kinder zu therapieren?

War das früher alles so viel besser? Ich weiss es nicht! Ich weiss nur, dass Bert einer meiner Klassenkumpel aus der vierten Klasse, 1973, eine Abklärung beim Schuldoktor machen musste . Wir waren alle paff, Bert musste zum Schuldoktor, „WAS?!    War er krank?!“

Uns war schon aufgefallen, dass Bert beim Turnen nicht der geschicklichste Junge von der Klasse war, aber wir dachten dies ist wegen seinem Übergewicht….

Als Bert vom Schuldoktor zurückkam, fragten wir ihn selbstverständlich, ob er krank ist. Nein sagte Bert „Der Doktor hat gesagt, dass ich Probleme habe mit meiner Motorik!“  Natürlich hatten wir keine Ahnung was das Wort Motorik bedeutete, aber es klang schlimm. Freddy, fragte ihn, ob er nun Pillen schlucken muss! Nein sagte Bert, „ich muss zwei mal die Woche ins Judo!“ Wow, dachten wir alle, wir wünschten, dass wir auch einen Motorikschaden hätten. Als Bert dann 9 Jahre später Judo Meister der Provinz Friesland war, dachten wir alle, dass er wohl keine Probleme mehr hat mit seiner Motorik.

20 min.ch behauptet in einem Artikel 2013Die Kinder von heute sind Schwächlinge“. 15% der Kinder sind schwächer als ihre Eltern damals, Tendenz steigend.

Was ist nun wenn Kinder sich wieder anfangen genügend zu bewegen? Dass Sport und Bewegung nicht einfach ein „Bei-Fach“ in der Schule ist, was schlussendlich auf die Endnoten Skala keinen Einfluss hat aber das Sport und Bewegung genauso hoch bewertet wird in den Grundschulen wie Mathematik und Sprachen.

Auch wir Eltern sollten aktiver werden. Es ist zu einfach zu sagen, dass „andere“ Schuld sind. Wir Eltern sind erst mal verantwortlich für unsere Kinder. Wenn dein Kind einen motorischen Rückstand hat ist nicht der Turnlehrer schuld oder der Trainer von dem Fussballclub, auch selber sollten wir Eltern unsere Beiträge liefern.

Ich bin sicher, dass wir die Quote von 50% runter bringen können, meinst du nicht auch?! Warum nicht mit dir zum regelmässigen Sport wie Leichtathletik, Pfadi, Handball, Fussball oder Judo?   Ich meine bei Bert hat es auch funktioniert!

 

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